25 Jahre Jugendsozialarbeit mit Fußballfans gefeiert

Das Fanprojekt Jena zieht eine positive Bilanz der Veranstaltungen rund um das 25jährige Bestehen der Einrichtung, die seit Herbst 1991 aufsuchende Jugendsozialarbeit in der Fußballfanszene leistet.

Aus Anlass des Jubiläums präsentierte das Fanprojekt in seinen Räumlichkeiten eine vom Fanprojekt München gestaltete Wanderausstellung über die Entwicklung der Fußball-Fankultur und im Anschluss die von „ezra – Mobile Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt“ gestaltete Ausstellung „Angsträume – Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen“, die beide eine entsprechende Aufmerksamkeit erfuhren. Das zurückgelegte Vierteljahrhundert Fanprojekt-Arbeit war auch Thema einer „Hallo Jena“ – Sendung bei Radio „OKJ“. Im Rahmen des Jubiläumsprogramms las außerdem der bekannte Autor und Journalist Christoph Ruf im Fanprojekt aus dem Buch „Ohne Fußball wär’n wir gar nicht hier – Geschichten von Fans in der Midlife-Crisis“ sowie weiteren Veröffentlichungen. Auch diese Veranstaltung war gut besucht und mündete in eine angeregte Diskussion der Teilnehmenden. Erstmals war zu dieser Buchlesung auch die neu fertiggestellte 44-seitige Broschüre über das Fanprojekt und seine Arbeit erhältlich, die natürlich auch weiterhin kostenlos beim Fanprojekt bezogen werden kann.

Höhepunkt war am 28. Oktober 2016 eine Festveranstaltung im soziokulturellen Zentrum „Kassablanca“ mit über 100 Gästen aus Politik, Sport und Wirtschaft sowie natürlich auch Fachwelt und Fanszene. Projektleiter Matthias Stein: „Dass unter anderem auch die neu gewählte Vereinsspitze sowie die sportliche Leitung des FC Carl Zeiss Jena teilnahm, unterstreicht das hervorragende Verhältnis zwischen der Einrichtung und dem Bezugsverein der Zielgruppe.“ Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, durch die Jahreskonferenz der Ministerpräsidenten der Länder an der Teilnahme gehindert, grüßte Fanprojekt und Gäste per Videobotschaft und brachte seine Wertschätzung für die Arbeit zum Ausdruck: „Besten Dank für 25 Jahre aktiver Arbeit für die Menschen, aktiver Arbeit gegen Fremdenfeindlichkeit und aktiver Arbeit für ein gutes Klima im Stadion!“ Weitere Festredner waren Staatssekretärin Gabi Ohler vom zuständigen Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Bürgermeister und Sozialdezernent Frank Schenker, Bülent Aksen vom Deutschen Fußball-Bund, LSB-Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt, Thomas Schneider als Leiter Fanangelegenheiten der Deutschen Fußball Liga GmbH, FC-Carl-Zeiss-Präsident Klaus Berka, Michael Gabriel als Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, Bundesarbeitsgemeinschaftssprecher Sven Graupner, der Jenaer Bundestagsabgeordnete Ralph Lenkert und BAG-Ostverbundssprecher Stefan Roggenthin. Premiere hatte ein vom Lokalsender Jena TV erstellter 15-minütiger Film über die Arbeit des Fanprojektes, der großen Anklang fand. Neben der Würdigung der geleisteten Arbeit des Fanprojektes seit 25 Jahren stellten die Vertreter von Politik und Verbänden auch die weitere zuverlässige Unterstützung der Arbeit in Aussicht, und mehrere Redner sprachen sich für den Erhalt der Jenaer Südkurve als Standort der einheimischen Fanszene auch in einem umgebauten Ernst-Abbe-Sportfeld aus. Projekt-Mitarbeiter Christian Helbich: „Ich denke, gerade für die anwesenden Mitglieder der aktiven Fanszene, deren Teilnahme an der Festveranstaltung uns selbstverständlich wichtig war, war die Botschaft, dass ihr derzeit wohl dringlichstes Anliegen durchaus Gehör findet, außerordentlich bedeutsam.“

Schließlich wurde am Sonntag, dem 06. November 2016, im Anschluss an das Punktspiel gegen den 1.FC Lok Leipzig am Fanprojekt noch das Tanzbein geschwungen und das eine oder andere Getränk geleert.

Die Mitarbeiter des Fanprojektes und der Vorstand des Trägervereins sehen sich in ihrer Arbeit bestätigt und blicken optimistisch auf die nächsten 25 Jahre.

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